Saifdin bei der Landbäckerei Sinz GmbH

Frau Kilg (Sozialpädagogin der Wirtschaftsschule Merkur) sprach mit Saifdin (ehemaliger Schüler der Wirtschaftsschule Merkur Immenstadt) und Herrn Angerer (Saifdins Vorgesetztem in der Backstube Sinz).

Insgesamt arbeiten im Backbetrieb 150 Leute, davon 80 Personen in der Produktion. Die Herstellungsmaschinen laufen 24 Stunden am Tag.

Täglich fährt Saifdin am Morgen mit dem Roller nach Durach, um in der Bäckerei seine Arbeit zu verrichten. Er arbeitet gerne in der Backstube der Bäckerei Sinz. Saifdin versteht alle Arbeitsanweisungen, Arbeitsaufträge seines Chefs und seiner Kollegen und auch die weitere Kommunikation ist kein Problem für ihn. Mit seinen Kollegen vor Ort versteht er sich gut. Alle sprechen Deutsch miteinander. Er ist handwerklich sehr geschickt. Schwierigkeiten hat er noch im schriftlichen Bereich, z.B. bei der Führung seines Berichtheftes sowie in der Schule. Aus diesem Grund wird ausbildungsbegleitende Hilfe in Anspruch genommen. Zur Berufsschule geht er einmal wöchentlich. Im Betrieb wird er in alle Arbeits- und Produktionsbereiche eingewiesen. Natürlich gibt es im Ausbildungsverhältnis mit Saifdin besondere Herausforderungen, meinte Herr Angerer. Aufgrund seiner kulturellen Herkunft fällt es ihm nicht immer leicht, Arbeitsaufträge von weiblichen Mitarbeitern entgegen zu nehmen. Diese Besonderheiten waren Herrn Angerer bereits vor der Anstellung von Saifdin bewusst. Er steht diesen kulturellen Unterschieden gelassen gegenüber. Saifdin war bereits in Syrien mit Arbeitsabläufen in einem Backbetrieb vertraut. Die Ausbildung in Deutschland birgt dennoch viel Neues für ihn und fordert ihn zu vollem Einsatz heraus, dem er sich gerne stellt.

Für Saifdin war der Besuch der Wirtschaftsschule von großem Nutzen. Er lernte viel in verschiedenen Bereichen vor allem in der deutschen Sprache, aber auch in Landeskunde und im Umgang mit dem PC. Er schätzt die Lehrkräfte an der Wirtschaftsschule. Mit ihnen hatte er ein gutes Verhältnis und fühlte sich durch sie unterstützt. Besondere Wertschätzung hat er für Frau Hampel, seine ehemalige Klassenlehrerin. Auf die Wirtschaftschule Merkur wurde Saifdin durch eine Ärztin aufmerksam. Sie unterstütze ihn bei der Aufnahme an der Schule.

Saifdin wohnt bei einer deutschen Familie. Darüber ist er sehr froh. In seiner Freizeit fährt er gerne Ski und steigt auf Berge. Wir wünschen ihm alles Gute für seinen weiteren Weg.