"Faszination und Gewalt"
während der nationalsozialistischen Herrschaft

Wieder war es soweit: drei aufregende und informative Tage verbrachten die Schülerinnen und Schüler der Vorabschlussklassen V9 und Z10 mit ihren Lehrkräften Frau Schwarz und Herrn Brandt in der Jugendakademie des Caritas-Pirckheimer Hauses in Nürnberg.

Am Montagmittag wurden wir nach der vierstündigen Zugfahrt von den beiden Seminarleiterinnen Nicola und Dominique in der Unterkunft herzlich begrüßt und in die Thematik eingeführt. Gemeinsam erarbeiteten wir einen Zeitstrahl und versuchten herauszufinden, warum die Stadt Nürnberg für Adolf Hitler und die NSDAP eine so bedeutende Rolle gespielt hat. Sie war Ort der Reichsparteitage, der Verabschiedung der Nürnberger "Rassen"gesetze sowie der Nürnberger Prozesse. Nach dem theoretischen Input freuten wir uns alle auf die anschließende Stadtrallye. Eingeteilt in Gruppen sollten wir ein bestimmtes Denkmal z. B. die Straße der Menschenrechte oder den Leo-Katzenberger-Weg finden und Aufgaben dazu beantworten. Bei bestem Wetter lernten wir dabei die Innenstadt schon ein bisschen kennen!

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir in den zweiten Tag, der ein abwechslungsreiches Programm für uns bereithielt. Mit Nicola und Dominique gingen wir zur Straße der Menschenrechte, die vom israelischen Künstler Dani Karavan gestaltet wurde. Auf den 27 Säulen befinden sich Auszüge aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in deutscher und einer anderen Sprache. Sie soll uns bewusst machen, dass die Menschenrechte auch heute noch in vielen Ländern der Erde verletzt werden.

Zurück im Seminarraum wurde ein Ausschnitt aus dem Film "Triumph des Willens" von Leni Riefenstahl analysiert. Dabei haben die Jugendlichen die Rolle der Propaganda und die Darstellung Hitlers näher untersucht. Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf die für die damalige Zeit moderne Schnitttechnik gelegt. Beim anschließenden Mittagessen wurde Energie für den Nachmittag getankt, wo der Rundgang über das ehemalige Reichsparteitagsgelände anstand. Nicola führte uns zur Kongresshalle, die in fertigem Zustand 50000 Menschen Platz geboten hätte, über das Märzfeld zur Zeppelintribüne, auf der 70000 Zuschauer sitzen konnten. Mithilfe des sogenannten Lichtdoms, der mit 150 starken Scheinwerfern, die in den Himmel strahlten, erzeugt wurde, wurde das Gelände zur Zeit der Reichsparteitage in eine sakrale Atmosphäre getaucht. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, die Goldene Halle unter der Tribüne zu besichtigen. Tief beeindruckt und eingeschüchtert von der Monumentalarchitektur der Nationalsozialisten diskutierten wir auch immer wieder die Frage, ob man für den Erhalt der Denkmäler kämpfen sollte. Abschließend konnten die Schülerinnen und Schüler noch selbständig durch die Ausstellung im Dokumentationszentrum laufen.

Der Vormittag des letzten Tages unserer Exkursion war einem weiteren, sehr interessanten Thema gewidmet, den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. Wir bekamen eine sehr informative Führung und konnten auch den Schwurgerichtssaal 600, in dem sich die NS-Elite vor einem internationalen Gericht für ihre Taten verantworten musste, besichtigen. In diesem Saal werden auch heute noch Verhandlungen geführt. Nach der Mittagspause haben wir die drei Seminartage Revue passieren lassen, und das Feedback fiel insgesamt recht positiv aus. Die Zeit des Nationalsozialismus wurde den Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Blickwinkeln näher gebracht, mit einer guten Mischung aus Theorie und Geschichte vor Ort.

Mit den vielen Eindrücken und Erlebnissen der letzten Tage machten wir uns dann auf den Heimweg nach Immenstadt!


                                                                                                                                                                                                                                       

Stadtralley
Ehemaliges Reichsparteitagsgelände
Die Zeppelintribüne
Schwurgerichtssaal "600" der Nürnberger Prozesse