Unsere Berufsintegrationsklasse (BIK/V)

Unsere Berufsintegrationsklasse
Unsere Berufsintegrationsklasse

Zum Schuljahr 2016/2017 startete das Projekt BIK/VBerufsintegrationsklasse mit Alphabetisierung. Es handelt sich um einen Modellversuch, der erstmals an Wirtschaftsschulen stattfand. Unsere Berufsintegrationsklasse entspricht dabei dem bereits bewährten Modell der Berufsschulen. Ziel ist es, die Schüler(innen) innerhalb von zwei Jahren dazu zu befähigen, sich auf Deutsch in Wort und Schrift verständigen zu können, erste Erfahrungen mit den verschiedenen Berufen zu machen und schließlich im Anschluss auch einen Beruf zu erlernen. Zu diesem Zweck ordneten die Berufsschulen Immenstadt und Kempten entsprechende Schüler(innen) an uns ab.

Unsere BIK/V ist eine Klasse, die sich aus unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen zusammensetzt. Diese anfangs 23 Schülerinnen und Schüler kommen aus verschiedenen Ländern: Eritrea, Syrien, Gambia, Afghanistan, Pakistan, Sierra Leone, Somalia, Irak und dem Senegal. Hier treffen die verschiedenen Religionen aufeinander: Christen, Orthodoxe Christen, Muslime etc.

Obwohl wir Schülerinnen und Schüler aus den verschiedensten Nationen und mit verschiedenen Religionszugehörigkeiten in der BI-Klasse haben, hat sich diese Gruppe sehr schnell zusammengefunden. Respekt untereinander wird vom ersten Schultag an sehr groß geschrieben. Auch herrscht einen Akzeptanz der Religionen vor. Es ist diesen Jugendlichen bewusst, dass sie sich hier auf neutralem Gebiet befinden, sie ähnliche Schicksale hinter sich haben und in Deutschland einfach in Ruhe und Frieden leben möchten.

Ziel dieses Projektes ist neben der Alphabetisierung im Anschluss eine Ausbildung mit Berufsschulbesuch absolvieren zu können. Die BI-Klasse ist eine Bereicherung für unsere Schule. Wir verleben hier Integration vor Ort. Nicht nur in der Film-AG, sondern auch in den Pausen haben die Schüler(innen) der BI-Klasse engen Kontakt zu ihren Mitschüler(innen) der gesamten Schule. Mittlerweile treffen sich manche Schüler(innen) auch nach dem Unterricht privat und verbringen gemeinsam ihre Freizeit.

Zu gemeinschaftlichen Veranstaltungen, wie der Weihnachtsfeier und dem „Tag der offenen Tür“, nutzten die Schülerinnen und Schüler gerne die Gelegenheit, ihre Mitschüler(innen) und Lehrkräfte mit landestypischen Gerichten zu verwöhnen und ihnen damit ihre Kultur näher zu bringen. Fleißig kochten und buken sie für die Schule und freuten sich sehr über ein Lob über ihre leckeren Gerichte. Auch zum Berufsinformationsabend erschien die Klasse vollständig und zeigte reges Interesse an den verschiedensten Ausbildungsberufen. Mit selbsterstellten Lebensläufen suchten die Jugendlichen schon den ersten Kontakt zum Betrieb, um sich nach einem Praktikum zu erkundigen.

Mehrfach benutzten wir das Angebot vor Ort, um diesen Schülerinnen und Schülern die deutsche Kultur näherzubringen. Marktbesuche, Behördengänge sowie Erkundungstouren einschlägiger Supermärkte, Baumärkte und handelsüblicher Geschäfte standen ebenso auf dem Programm wie Erkunden der Natur im Winter wie im Sommer. Hierbei konnte auf einfache, aber interessante Weise der im Unterricht erarbeitete Wortschatz angewendet, vertieft und erweitert werden. Auch fand ein Besuch einer christlichen Kirche, sowie eine Führung durch die Moschee in Immenstadt statt. Die Jugendlichen zeigten sich sehr interessiert und freuten sich, ihren Mitschülerinnen, Mitschülern und Lehrern Dinge aus ihrer Kultur näher bringen zu können.