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Abschlussfahrt 2011 der Klasse V 10 nach Ungarn
[11. - 15. April 2011] Vom 11. bis 15. April fand die Abschlussfahrt für unsere Klasse V 10 statt. Mit Frau Kraus und Herrn Fischer, unserem Klassenlehrer, fuhren wir nach Ungarn und verbrachten dort fünf schöne und erlebnisreiche Tage.
Montag
Um 6 Uhr morgens trafen wir uns alle an der Schule. Die Fahrt dauerte insgesamt mehr als 10 Stunden und ist super verlaufen. Die Zeit ging schnell vorbei, denn wir konnten im Bus DVD gucken und zwischendurch legten wir an Raststätten und bei McDonald´s immer wieder kleine Pausen ein. In Ungarn angekommen gingen wir zuerst in ein Einkaufszentrum in Sopron. Dort haben wir Geld wechseln lassen und uns noch ein wenig umgeguckt. Danach fuhren wir weiter nach Hegykő, in den Geburtsort von Herrn Fischer. Sein Bruder Tibor organisierte uns in einem Restaurant unser lang ersehntes Abendessen (Danke ☺). Der Wirt meinte, er hätte noch nie eine Schülergruppe gehabt, die alles bis zum letzten Krümel aufgegessen hätte. Kein Wunder, jeder war froh, nach der langen Fahrt etwas anderes als Fastfood in den Magen zu bekommen. Nach dem Essen sind wir dann direkt zu unserer Unterkunft gefahren, wo wir gegen 23 Uhr ankamen. Es war das aus dem 16. Jahrhundert stammende Schloss Sibrik in Bozsok, einem kleinen Ort. Ein paar waren am Anfang ein bisschen verängstigt, weil das Schloss so alt und gruselig war, aber nach der ersten Nacht hat sich diese Angst gelegt. Wir nahmen unser Gepäck und gingen in die Zimmer. Manche machten einen nächtlichen Spaziergang im Dorf, andere spielten noch eine Runde Billard, viele waren aber erschöpft und gingen gleich schlafen, denn am nächsten Tag gab es um 9 Uhr Frühstück und danach volles Programm.
Dienstag Nachdem alle fertig waren, fuhren wir nach Szombathely und warteten dort im McDonald‘s auf die drei. Als alle wieder komplett da waren, gingen wir in das nachgebaute Lager der römischen Siedlung Savaria. Dort sah alles wie vor zweitausend Jahren aus und ein Mitarbeiter erzählte uns ein wenig über das damalige Leben und zeigte, wie und mit welchen Werkzeugen die Handwerker in der Antike arbeiteten. Herr Fischer war unser Dolmetscher. Was jedem großen Spaß gemacht hat, war, dass man dort selbst alles ausprobieren konnte. Zuerst waren wir auf einem Gelände draußen, wir durften dort mit Pfeil und Bogen schießen, 250 kg Steine heben (mit Hilfe von damaligen Erfindungen), Speere werfen und Werkzeuge testen. Danach gingen wir in eine Art Museum. Es war kein gewöhnliches Museum, wie man es eigentlich kennt, denn auch dort konnte man alles ausprobieren. Jeder schlüpfte in solch eine Rüstung wie zum Beispiel Kettenhemd, Schutzschild, Helm und bekam die volle Ausstattung der damaligen Soldaten. Bevor wir losgefahren sind, haben alle ihre Badesachen eingepackt, weil wir anschließend direkt in das neu gebaute Erlebnisbad in Sárvár fuhren; hier kamen alle Wasserliebhaber schnell auf ihre Kosten. Als das Bad um 22 Uhr zumachte, fuhren wir nach Bozsok zurück. Wir waren nach dem Schwimmen alle so fertig, dass im Schloss schnell Ruhe einkehrte. Das erste Frühstück in Ungarn war sehr gut. Es gab Omelette, Brötchen mit Käse-, Wurst- und Eiplatten, Kaffee, Tee und heißen Kakao. Nur wenige Meter vom Schloss entfernt ist ein kleiner Reiterhof. Nach dem Frühstück gingen wir gemeinsam hin und auch Anfänger, die noch nie auf einem Pferd gesessen sind, durften aufs Pferd. Die besseren Reiter konnten mit dem Reitlehrer ausreiten. Dabei ging Janinas Pferd durch, sie stürzte und rappelte sich gleich wieder auf. Ihr ist zum Glück außer ein paar Schrammen im Gesicht und auf dem Rücken nichts weiter passiert. Janina, Sarah und Herr Fischer sind nach dem Unfall sicherheitshalber direkt in ein Krankenhaus gefahren. Die meiste Zeit haben sie dort mit Warten verbracht. Nach dem Unfall wollten nur noch wenige auf dem Reitplatz bleiben.
Mittwoch
Am Mittwoch machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg in den Klettergarten „Holdfényliget“ in Gyöngyösfalu. Dort angekommen, bekamen alle eine Ausrüstung. Die Mitarbeiter halfen uns beim Anziehen und als alles passte, erklärten sie uns an einer kleinen Übungsstrecke, die wir dann alle gemacht haben, wie alles funktioniert. Als wir diese schließlich problemlos geschafft hatten, konnte man sich aussuchen, welche Strecke man nun ausprobieren wollte.
Es gab 3 Schwierigkeitsstufen: Blau (einfach), Rot (mittel) und Schwarz (schwer). Der Schwierigkeitsgrad war immer von den verschiedenen Hindernissen abhängig, und davon, wie hoch der Parcours war. Am Anfang hat man natürlich mit der einfachsten angefangen, es gab aber auch Ausnahmen. Bald bewiesen doch viele ihren Mut und ihr Können an der schwersten Strecke. Ein paar Mitschüler nutzten die Alternative zum Klettern: Sie durften Pfeil und Bogen schießen. Um 13 Uhr haben wir in einer kleinen Gaststätte innerhalb des Freizeitparks zu Mittag gegessen. Es gab Gemüsesuppe und einen für die Region typischen Flammkuchen („kemencéslangalló“).
Nach dem Essen konnten wir auch noch etwas anderes machen: Es gab eine sehr lange Flying Fox Bahn, die einigen viel Selbstüberwindung und Ausdauer abverlangte. Manche Jungs haben außerdem beim Quadfahren ihre fahrerischen Fähigkeiten beweisen können. Zwei von uns ließen sich am Ende nicht die Möglichkeit nehmen, eine Riesenschaukel auszuprobieren. Viele waren nach diesen schönen, aber auch anstrengenden acht Stunden müde; aber als wir am Spätnachmittag zu unserer Unterkunft fuhren, machten sich alle schnell zum Weggehen fertig. Im Uniklub in Szombathely waren für uns drei Tische reserviert und wir machten uns dort noch einen netten und lustigen Discoabend.
Donnerstag
Nach dem Frühstück fuhren wir in die Innenstadt von Szombathely. Wir teilten uns in Gruppen ein und konnten dort ein bisschen shoppen gehen und uns die Stadt angucken. Es gab viele unterschiedliche kleine Läden, die ganz anders aussahen als hier in Deutschland. Sie waren im Gegensatz zu hier etwas nostalgisch, aber doch schön, so dass das Einkaufen einem sehr ruhig vorkam. Um 12 Uhr trafen wir uns alle am vereinbarten Treffpunkt, um in einem ungarischen Lokal in einem Kellergewölbe gemeinsam gepflegt essen zu gehen. Anschließend hatten wir noch ein bisschen Freizeit in der Stadt, die einigen zu kurz, anderen viel zu lang vorkam. Auf der Fahrt zurück zum Schloss hatten wir noch in einem Supermarkt ein bisschen Zeit, um uns Getränke für den Abend und für die Heimfahrt zu organisieren.
Der Treffpunkt zu unserem Abschlussabend war um 18 Uhr im Schlosshof. Einige kamen jedoch bereits früher und durften bei den Vorbereitungen des Abendessens mithelfen. Tamás Joós, ein Freund von Herrn Fischer, Leiter eines großen Kultur- und Jugendzentrums in Szombathely und in dieser Funktion auch der jetzige „Schlossherr“, hatte bereits den ganzen Nachmittag damit verbracht, einen richtigen ungarischen Kesselgulasch vorzubereiten. Philipp und Sven halfen ihm, die letzten Zutaten zuzufügen und die Suppe abzuschmecken. Unter der Anleitung von drei Frauen durften wir ungarische Spezialitäten („kürtöskalács“) backen. Wir hatten sehr viel Spaß dabei. Danach haben wir Gulasch gegessen und den selbstgebackenen Nachtisch verspeist, dazu wurde von einer ungarischen Band Musik gespielt, die extra für uns gekommen war.
Anschließend entstand im Zelt für uns ein ungarntypisches „Tanzhaus“: Zwei professionelle Volkstänzer tanzten uns zu den Klängen der Livemusik zunächst einfache, später immer kompliziertere ungarische Tänze vor und wir durften gleich danach mitmachen. Das Ganze war in dem Maße aufregend und amüsant, dass wir nach dem Ende immer wieder neue Zugaben eingefordert haben, welche die Tänzer und die Musiker uns mit Begeisterung gewährten. Nach etwa drei Stunden war dann doch Schluss. Nach der Verabschiedung der Künstler, bei der manche von uns die Instrumente „testen“ durften, trafen wir uns bei dem Billardtisch in unserem „Schlosssaal“ und ließen den letzten schönen Abend hier erschöpft, aber glücklich ausklingen.
Freitag
Vor dem Frühstück sollten wir alle schon gepackt haben, sodass wir nur noch unsere Koffer in den Bus räumen und losfahren konnten. Die Rückfahrt war kürzer, da wir mehr Autobahn gefahren sind. Kurz nachdem wir losgefahren waren, durften wir noch eine Stunde in einem Kaufhaus in Sopron schauen, ob wir nicht noch was für unsere Freunde oder Familien finden. Die Fahrt haben wir wieder mit vielen Pausen und Filmen verbracht. Nach knapp 11 Stunden kamen wir in Immenstadt an. Unsere Eltern erwarteten uns bereits. Nachdem man sich kurz von allen verabschiedet hatte, ging es ab in die Osterferien.
Die Klassenfahrt war ein schönes und neuartiges Erlebnis. Wir haben viel gesehen, uns sehr viel bewegt und einander besser kennen gelernt. Herr Fischer hat sich zum Glück um die ganze Organisation gekümmert. Ein besonderer Dank gilt auch Tamás Joós, der ihm dabei sehr viel geholfen hat. Frau Kraus hat sich von uns dazu breitschlagen lassen mitzufahren und sich sehr gut um uns gekümmert. Wir verdanken ihnen eine unvergessliche Abschlussfahrt. Danke ☺!
Isabella Schmid und Laura Schwaninger, V 10
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